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Baustellenexkursion BAB A5

14. September 2017 |
Baustellenexkursion zu den BAB A 5 Deckenlosen „Nonnenweier“ und „Höfen“, zum Umbau der Anschlussstelle Lahr und Herstellung der Lärmschutzwände im Bereich der Tank- und Rastanlage Mahlberg am 14.09.2017

Zu der o.g. Exkursion fanden sich um 12:30 Uhr 12 Teilnehmer zur Bildung von Fahrgemeinschaften beim Regierungspräsidium Freiburg ein. Vor Ort bei der T+R Mahlberg begrüßte der Vorsitzende der Bezirksgruppe die Teilnehmer und vor allem auch die zuständigen Akteure des Baureferates für die o.g. Baumaßnahmen: Die Herren Gütle, Steible, Dold und Kurzbach.

Bild 01: Begrüßung an der T+R Mahlberg
Bild 01: Begrüßung an der T+R Mahlberg

Herr Schmidt informierte zunächst im Baubüro allgemein über die aktuell laufenden Baumaßnahmen und die zukünftige Aufgabenübertragung an die Bundesfernstraßengesellschaft.

Herr Dold erläuterte danach zunächst die Baumaßnahme im Bereich der T+R Mahlberg (Erweiterung um 16 Lkw-Parkplätze, zusätzliche Wohnmobil- und 3 Busparkplätze). Zum Schutz der über die Nacht stehenden Fahrzeugführer wird auf der Ostseite der A 5 eine 320 m lange und 4,20 m hohe Lärmschutzwand durch die Fa. Strabag gebaut. Auf der Westseite wird die Wand 250 m lang. Im Jahr 2018 folgt dann der Bau der zusätzlichen LKW-Stellplätze.

Die derzeit im Bau befindlichen BAB A 5-Fahrbahndeckenlose „Höfen“ und „Nonnenweier“ wurden zuletzt im Zuge einer Fahrbahnsanierung von Basel bis zum bereits 6-streifig ausgebauten Abschnitt im Zuge des A-Modells (südlich der AS Offenburg) im Jahr 1995 und 1998 ausgeführt.

Bild 02: Erläuterung der Baumaßnahmen im Baubüro
Bild 02: Erläuterung der Baumaßnahmen im Baubüro

Die jetzige Sanierung ist daher dringend erforderlich und bereits in mehreren Punkten auf einen späteren 6-streifigen Ausbau der A 5 abgestimmt, sodass zukünftig auch die Einrichtung einer 4+0-Verkehrsführung möglich sein wird. Hierzu ist eine geringfügige Verbreiterung der vorhandenen Fahrbahn erforderlich, sodass vor der Sanierungsmaßnahme das Baurecht über eine sog. „Entbehrlichkeit von Planfeststellung und Plangenehmigung“ eingeholt werden musste.

Bild 03: Fahrbahn der BAB A5 Richtung Norden nach Abfräsen der Deck- und Binderschicht
Bild 03: Fahrbahn der BAB A5 Richtung Norden nach Abfräsen der Deck- und Binderschicht

Im Zuge der Bauarbeiten wird zunächst die bestehende Deck- und Binderschicht abgefräst. Die darunterliegenden gebundenen Tragschichten werden ausgebaut, entsprechend aufbereitet und anschließend im Bereich der Frostschutzschicht und im Mittelstreifen wieder eingebaut. Es muss kein zusätzliches Material auf die Baustelle geliefert werden, sodass keine Vermischung mit unbelastetem Einbaumaterial erfolgt. Der Mittelstreifen wird mit bituminösem Oberbau überbaut, um das Eindringen von Oberflächenwasser in die darunterliegenden Schichten zu verhindern.

Bild 04: Mitteltrennung per Betongleitwand auf Asphaltbefestigung
Bild 05: Arbeiten an der Parkplatzanlage zwischen T+R Mahlberg und AS Lahr

Um auch im Bereich der Überführungsbauwerke eine ausreichende Durchfahrtshöhe zu gewährleisten, muss die Gradiente in diesen Bereichen abgesenkt werden. Ebenso wird im Zuge der Sanierung der neue Fahrbahnoberbau auch im Bereich der Standstreifen „durchgezogen“, um idealerweise bereits die Voraussetzungen zu schaffen, dass bei einem zukünftigen 6-streifigen Ausbau der A 5 jeweils nur noch ein Fahrstreifen östlich und westlich der bestehenden Fahrbahn anzubauen ist. Der vorhandene Betonleitstreifen in diesen Bereichen wird im Zuge der Sanierungsmaßnahmen ebenfalls gleich mit ausgebaut. Als weitere Besonderheit ist beim Los „Nonnenweier“ der Neubau eines Wildschutzzaunes zu nennen, der insbesondere auch das Überqueren der BAB durch Wildkatzen verhindern soll. Dieser wurde im Rahmen der Anhörung zur Erlangung des Baurechts „Entbehrlichkeit“ als naturschutzfachliche Forderung eingebracht. Dieser ist so auszubilden, dass Wildkatzen zurückgehalten werden. Hierzu wird der neue Zaun oben abgekröpft. Darüber hinaus müssen am begleitenden Baumbewuchs „überhängende“ Äste ebenfalls beseitigt werden, damit die Wildkatzen nicht auf die Fahrbahn gelangen können. Zur schnelleren Erstellung des Zaunes werden keine Einzelfundamente, sondern mit einem Gleitschalungsfertiger Streifenfundamente betoniert, auf die der Zaun montiert wird. Auf diese Weise können 4,5 km Zaun in ca. 1 ½ Wochen erstellt werden.

Bild 05: Arbeiten an der Parkplatzanlage zwischen T+R Mahlberg und AS Lahr
Bild 05: Arbeiten an der Parkplatzanlage zwischen T+R Mahlberg und AS Lahr

Hinter dem Zaun werden zudem Parallelwege zur Unterhaltung der Böschungen hergestellt, da der Zugang von der Fahrbahn aus nicht mehr möglich ist. Die Bauzeit der Maßnahme von März bis November beträgt ca. 9 Monate, die Gesamtkosten belaufen sich bei diesem Los auf ca. 15 Mio. €.

Bild 07: Herstellung des Fundamentes für den Wildschutzzaun mit Gleitschalungsfertiger
Bild 08: Herstellung des Fundamentes für den Wildschutzzaun mit Gleitschalungsfertiger
Bild 09 Wildschutzzaunanlage (mit Abkröpfung wegen Wildkatzen)

Der nächste Besichtigungspunkt war der Umbau der AS Lahr, d.h. der leistungsfähige Ausbau der Rampeneinmündungsbereiche in die B 415 einschließlich der Umbau der Einmündung der Dr. Georg Schaefflerstraße (ehemalige Flugplatzstraße an die B 415). Anlass dieser Baumaßnahme war zum einen die Verkehrszunahme durch die Konversion des Flugplatzes als wichtiger Wirtschaftsstandort und zum anderen die im April 2018 beginnende Landesgartenschau in Lahr. Alle drei Einmündungsbereiche werden zusätzlich zu einer Lichtsignalanlage mit einer sog. Unterflurbefeuerungsanlage ausgerüstet. Hierbei werden bis zu 300 Unterflurleuchten der Fa. Swarco zur besseren Erkennbarkeit der Spurführung und damit zur Vermeidung von Falschfahrten eingebaut. Die Gesamtkosten belaufen der Maßnahme sich auf ca. 6 Mio. € und werden bis März 2018, zum Beginn der Landesgartenschau abgeschlossen sein.

Bild 10: Wildschutzzaunanlage (mit Abkröpfung wegen Wildkatzen)
Bild 12: Arbeiten an der Anschlussstelle Lahr

Der Vorsitzende der Bezirksgruppe bedankte sich bei den Akteuren der Führung für die ausführlichen Erläuterungen mit dem üblichen kleinen Präsent zu Gunsten des Freiburger Münsters.

P. Burkart