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Exkursion Pumpspeicherkraftwerk in Forbach am 30.09.2014

30. September 2014 |
Am 25.09.2014 begab sich die Bezirksgruppe des Nord Schwarzwaldes auf die Spuren des Herrn Rudolf Fettweis nach Forbach um das nach ihm benannte Pumpspeicherkraftwerk zu besichtigen. Im EnBW-Werk wurde die BG 14 von Herrn Schoch herzlich begrüßt. Die Exkursion begann mit einem Videofilm zur Entstehungsgeschichte des Pumpspeicherkraftwerks. Im Anschluss konnte die Kraftwerksanlage besichtigt werden. Nach einer kurzen Fragerunde ging es zur Schwarzenbachtalsperre mit Rundgang durch den dortigen Kontrollgang. Der Abschluss der Exkursion fand im Lamm in Schwarzenberg mit einem wohlverdienten, deftigen Wurstsalat statt.

Gründung:
Im Jahr 1914 wurde der Grundstein für den ersten Bauabschnitt des Wasserkraftwerks in Forbach gelegt. Damit zählt Forbach zu den ältesten Stromkraftwerkstandorten der EnBW. In Zeiten, in denen erneuerbare Energien immer wichtiger werden, bieten Pumpspeicherkraftwerke genau die richtigen Potenziale. Sie sorgen dafür, dass sich andere erneuerbare Ressourcen wie Sonne oder Wind effektiver nutzen lassen. Die Anlagen in Forbach trägt dazu bei, Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht zu halten. Energie in bedeutenden Mengen auf Abruf zu speichern ist eine der großen Herausforderungen für Energieerzeuger. Pumpspeicherkraftwerke sind hierfür noch immer die einzige wirklich effektive und großtechnisch anwendbare Möglichkeit. Die fünf Turbinen des Murgwerks und die zwei Turbinen des Schwarzenbachwerks, die gemeinsam im Krafthaus Forbach untergebracht sind, produzieren heute etwa 105 Millionen Kilowattstunden Strom. Beeindruckend ist, dass die sieben Turbinen sich im Originalzustand befinden. Ebenso die historischen Schaltzentrale einschließlich der Rohrdruckleitung zur Schwarzentalsperre.

Eigenschaften von Pumpspeicherkraftwerke:
  • Sie speichern große Mengen Strom wie eine gigantische Batterie.
  • Sie liefern auf Abruf Strom für den Markt.
  • Sie gleichen Schwankungen im Stromnetz aus.
  • Sie gleichen Unregelmäßigkeiten bei der regenerativen Stromerzeugung durch Sonne oder Wind aus.
  • Sie sind schwarzstartfähig – das heißt: Sie bauen in Notfällen das Stromnetz wieder auf
Funktionalität:
Wird elektrische Energie benötigt, strömt das in einem Oberbecken gestaute Wasser auf die Turbinen des im Tal liegenden Maschinenhauses, die den Generator antreiben. Ist zu viel Energie im Netz, beispielsweise bei einer Starkwindphase oder durch hohe Einspeisungen aus Photovoltaik-Anlagen, „verwandeln“ sich die Generatoren in Elektromotoren und treiben die Pumpen an, mit deren Hilfe das Wasser aus dem unteren Becken wieder in das obere Speicherbecken gelangt. Das Wasser steht nun erneut zur Stromerzeugung zur Verfügung. Wenn Pumpspeicherkraftwerke elektrische Energie zum Pumpen nutzen, geschieht dies bewusst, um Überkapazitäten im Stromnetz aufzufangen: Denn in Zeiten mit geringem allgemeinen Strombedarf – etwa nachts oder am Wochenende – wird der vorhandene Strom gespeichert. Diese Fähigkeit von Pumpspeicherkraftwerken, sowohl Energie aufzunehmen als auch abzugeben, hilft dabei, Stromerzeugung und Strombedarf besser auszubalancieren. Das macht Pumpspeicherkraftwerke unverzichtbar, wenn es darum geht, eine immer größer werdende Stromproduktion aus Wind und Sonne mit dem konventionellen Kraftwerkspark in Einklang zu bringen.

Rudolf-Fettweis:

Fettweis wurde im Jahre 1882 in belgischem Eupen geboren und starb am 9. August 1956 mit 74 Jahren in Karlsruhe. Fettweis war ab dem 1. Mai 1913 bei der Badischen Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaus in der neu geschaffenen Abteilung für Wasserkraft und Elektrizität tätig. Hier war er am Bau der ersten Ausbaustufe des Murgwerkes bei Forbach (Murgtalsperre und Ausgleichsbecken Forbach) und an den Stromverteilungsanlagen in Baden beteiligt. Nach der Gründung des Badenwerks am 6. Juli 1921 wurde Fettweis in den Vorstand berufen. Unter seiner Leitung wurde das Schwarzenbachwerk gebaut und das Murgwerk in Forbach erweitert. Ihm zu Ehren wurde das Forbacher Kraftwerk später in Rudolf-Fettweis-Werk umbenannt.
Schaltzentrale des EnBW-Werks in Forbach
Schaltzentrale des EnBW-Werks in Forbach
Von der Schwarzenbachtalsperre wird oberirdisch in einer ca. 900 Meter langen Druckleitung mit starkem Gefälle das gestaute Wasser zu den Turbinen des Kraftwerks im Tal geführt.

Ansicht des Rohrleitsystems zur Schwarzenbachtalsperre
Ansicht des Rohrleitsystems zur Schwarzenbachtalsperre
Ansicht der sieben Turbinen im Kraftwerk
Ansicht der sieben Turbinen im Kraftwerk
Historische Steinmauer der Schwarzenbachtalsperre
Ansicht der historischen Steinmauer der Schwarzenbachtalsperre
Die Gewichtsstaumauer ist 400 Meter lang und 65 Meter hoch. Der See ist über 2 km lang. Der Auslegungs- Staupegel liegt auf 668,5 Meter ü. NN, dabei speichert der See 14,4 Millionen Kubikmeter Wasser.

Am Grund der Staumauer gibt es einen Grundablass zur Entleerung des Stausees, die 2 Monate und 14 Tage dauert. 24 Öffnungen unterhalb der Dammkrone stellen sicher, dass bei Hochwasser die Mauer nicht

überlastet wird. Das Wasser wird in unter- und oberirdischen Druckstollen und -Rohren zur Stromgewinnung bis zum Rudolf-Fettweis- Werk (EnBW) in Forbach geleitet.