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Radtour mit Besichtigung des Fleischwerks Edeka in Rheinstetten

22. Juni 2017 |

Unsere alljährliche Radtour führte uns im Gegensatz zu den letzten Jahren mal wieder außerhalb der Gemarkung Karlsruhes. Dennoch blieb der Weg vom Startpunkt am Schloss bis nach Rheinstetten noch in einem überschaubaren Rahmen, was angesichts der hochsommerlichen Temperaturen von deutlich über 30 °C auch durchaus angemessen war. Am Ziel in Rheinstetten angekommen genossen wir zunächst einmal den freundlichen Empfang in den klimatisierten Räumen des Edeka Fleischwerkes und konnten den Flüssigkeitsverlust umgehend wieder ausgleichen.

Haute Couture – Im Fleischwerk

Gestärkt und wieder bei voller Konzentration bekamen wir sodann sehr ausführlich die Entstehung und Entwicklung des Fleischwerkes erläutert. Bevor es im Anschluss auf die fast eineinhalb stündige Besichtigungstour durch das Werk ging, mussten wir uns noch entsprechend den strengen Hygienevorschriften einkleiden lassen. Nach dem obligatorischen Mannschaftsfoto im weißen „Ganzkörperkondom“ ging es dann in das mit über 38.000 m² Fläche größte Kühllager Südwestdeutschlands. Im Vergleich zu den Außentemperaturen fühlten sich die dort konstant vorherrschenden 2 °C wie ein kleiner Ausflug in die Arktis an.

Das Fleischwerk – so groß, dass es nicht auf’s Foto passt!

Der Ursprung der EDEKA Gruppe geht zurück auf den Zusammenschluss weniger Einkaufsmärkte im Jahr 1907, die das Ziel hatten, ihre Waren möglichst kostengünstig einzukaufen. 1927 gründeten 26 Kaufleute die „Großeinkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler Mittelbadens“, die sich 1930 an die EDEKA-Gruppe anschloss. So entstand das Unternehmen EDEKA Südwest. Das Fleischwerk wiederum gehört zu EDEKA Südwest Fleisch, die als hundertprozentige Tochter der EDEKA Südwest 1970 gegründet wurde.

Bis zur Inbetriebnahme des neuen Fleischwerkes Rheinstetten fand die Herstellung der Fleischwaren auf drei Werke verteilt im Südwesten statt, weshalb man sich entschloss, die Produktion auf den neuen Standort Rheinstetten zu konzentrieren. Nach drei Jahren der Planung und weiteren zwei Jahren Bauzeit ging das Fleischwerk dort im Juli 2011 mit rund 800 Mitarbeitern in Betrieb. Inzwischen sind es mit Produktion, Kommision, Verwaltung und Logistik etwa 1.300 Mitarbeiter und das Werk erstreckt sich mit über 40.000 m² auf eine Länge von 400 Metern. Über 1.200 Märkte in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Südhessen und teilweise Bayern, von Nahkauf bis Check-In, werden von Rheinstetten aus mit rund 3000 Produkten beliefert. 500 davon stammen aus der eigenen Produktion. 630 t beträgt der tägliche Gesamtwarenausgang. Großer Wert wird dabei auf die Regionalität gelegt, so stammt ca. 85 % des Fleisches von Landwirten aus der Region, sprich dem Südwesten Deutschlands. Die übrigen 15 % werden aus EU-Länder zugekauft. Allerdings stammen bisher nur 2 % aus der Bioproduktion, was man im Fleischwerk mit dem begrenzten Angebot an solchem begründet.

Die Produktion der Wurst- und Fleischwaren erfolgt grundsätzlich just-in-time. Bis 13 Uhr müssen die Märkte ihre Bestellung aufgegeben haben. Die Lieferung erfolgt dann innerhalb von 20 Stunden. So reicht der Vorrat im 32 m hohen Hochregallager mit 3.500 Paletten gerade einmal für eineinhalb Tage.

Ebenso beeindruckend ist auch der Energiebedarf des Werkes. Dieser entspricht nämlich etwa einer 10.000 Einwohner Gemeinde. Immerhin leistet man mit einem Blockheizkraftwerk und einer Solaranlage auf den Werkshallen auch einen Beitrag zur Energieeinsparung.

Insgesamt gesehen hat die hochtechnisierte Produktion mit unzähligen Fließbändern und zahlreichen automatisierten Vorgängen mit dem ursprünglichen Handwerk des Metzgers nicht mehr viel gemeinsam – außer vielleicht mit dem Ergebnis. Und das ließen wir uns im Anschluss an den Rundgang und in Form heißer Wienerle schmecken.

Der Ausklang – natürlich alles andere als vegetarisch!

So gestärkt und gut runtergekühlt war es ein Leichtes unser nächstes Etappenziel, den obligatorischen Boxenstopp bei der „Eis-Oma“ in der Heidenstückersiedlung, zu erreichen. Den genussvollen Abschluss der Radtour bildete dann das gemeinsame Abendessen auf der Terasse der Vereinsgaststätte des TSV Grünwinkel.

Tobias Pfister