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Baustellenbesichtigung Tank- und Rastanlage „Kraichgau“ an der A 6

18. Juni 2015 |

Seit Ende 2010 wird die bestehende Tank-und Rastanlange Sinsheim (Nord und Süd) von bisher 36 auf künftig 288 Lkw-Stellplätze erweitert und ist damit eine der größten Baustellen dieser Art in Deutschland. Die Lkw-Stellplätze werden künftig, und damit abseits der Bebauung nördlich der A 6, komplett auf die Südseite der Autobahn gelegt – unweit der Rhein-Neckar-Arena. Besonderheiten sind die umfangreichen Erdbauarbeiten sowie eine neue Brücke über die Autobahn, um die Anlagenteile Nord und Süd zu verbinden. Die Tank- und Rastanlage Süd wird ebenfalls erneuert.

Der Leiter des Baureferates Nord des Regierungspräsidiums, Herr Siepe sowie die die Kollegen der örtlichen Bauleitung, Herr Kemmer und Herr Hofmann, stellten uns das Projekt vor und führten uns anschließend über die Baustelle.

Planübersicht
Planübersicht

Die Baukosten belaufen sich auf rd. 25 Mio. Euro. Insgesamt finden auf der Baustelle Erdbewegungen in Höhe von 210.000 m3 statt. Der zusätzliche Flächenbedarf beträgt 14 ha. Begonnen hat das Projekt in 2009 mit dem Bau des Kreisverkehrsplatzes auf der Südseite der A 6 einschließlich Behelfsausfahrt für die Frauen-Fußball-WM 2010, die u.a. in der Rhein-Neckar-Arena ausgetragen wurde. In 2011 folgte das Vorlos Erdbau. Der vorhandene Untergrund wies die Bodenklassen 2 bis 7 auf, d.h. von Torf bis Fels (Zement-verfestigung im Bereich der alten Rastanlage Süd). Die lageweise Anordnung der Schichten mit Einschluss von stark wasserhaltigen Torflinsen erforderten besondere Maßnahmen.

Auszug aus geologischem Gutachten
Auszug aus geologischem Gutachten

Da die Torflinsen teilweise zu tief angetroffen wurden, konnte hier kein Bodenaustausch durchgeführt werden. So wurde für die Entwässerung des Untergrundes eine Vertikaldrainage eingebaut.

Vertikaldrainage in engem Raster
Vertikaldrainage in engem Raster

Nach Einbringung der Vertikaldrains mit einer Gesamtlänge von 48 km bei einer Einzellänge von 12 m wurde eine Dränschicht 2/32 zur Entwässerung eingebaut und die gesamte Fläche anschließend um bis zu 3 m überschüttet. Während der Setzungs- und Konsolidierungsphase zwischen 2011 und 2013 ergaben sich Maximalsetzungen von 75 cm. In 2013 begann dann die eigentliche Erweiterung der Südseite mit der abschnittsweisen Herstellung der Stellflächen.

Herstellung erster Stellplätze (Südseite)
Herstellung erster Stellplätze (Südseite)

Zunächst wurden die Pkw-, Bus- und Caravan-Stellplätze ganz im Süden hergestellt und die neue Tankstelle mit Rasthaus in Betrieb genommen. Besonderheit ist die im Bereich vor dem Rasthaus im Endzustand vorhandene Hundespielwiese. In 2015 begann der Rückbau der alten Tankstelle auf einer Teilfläche der künftigen Lkw-Stellflächen. Ebenfalls in 2015 wurde mit dem Bau der neuen Brücke über die A 6 zur künftigen Verbindung der Rastanlagenteile Nord und Süd begonnen. Später in 2015 und 2016 erfolgen dann der Bau der zugehörigen Rampen sowie die Herstellung der Lärmschutzwände. In 2016 erfolgt dann der Umbau der Nordseite, so dass dort dann nur noch Pkw-, Bus/Caravan- und drei Stellplätze für Schwertransporte zu finden sein werden.
Die Fahrbahnen auf der Rastanlage werden asphaltiert, die Stellplätze für Lkw und Busse in Beton hergestellt, und die Pkw-Stellplätze gepflastert. Die Entwässerung der gesamten Anlage (Nord und Süd) erfolgt über einen Retentionsbodenfilter mit vorgeschaltetem Klärbecken inkl. Überlaufbecken auf der Südseite der A 6.
Anzumerken ist außerdem, dass die Anlage und Gestaltung der zugehörigen Grünflächen jeweils immer direktem Anschluss oder parallel zur den einzelnen Bauabschnitten der Verkehrsflächen erfolgt. Leitungs-verlegungen waren abschnittsweise jeweils vorab zu erledigen. Auch wird das bisherige auf der Südseite der A 6 gelegene Kabelhaus mit Funkanlagen gemeinsam mit der Fernmeldetechnik auf der Nordseite seinen Platz finden.

Durch die Erläuterungen anhand der Pläne in Verbindung mit den zahlreich gezeigten Fotos vom bisherigen Bauablauf und dem abschließenden Rundgang auf der Baustelle bzw. den bereits fertiggestellten Anlagenteilen bekamen wir einen sehr guten Einblick in die Umsetzung dieser gewaltigen Umbaumaßnahme zur Schaffung der dringend erforderlichen neuen Lkw-Stellplätze an der Autobahn, wo auf der Nordseite künftig 136 und auf der Südseite 153 Lkw Platz zur Einhaltung der gesetzlichen Pausezeiten finden werden.

Kai Zumkeller