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Besichtigung der Baustelle A 5 FDE Ettlingen-West

27. September 2018 |

Die bis noch in den November 2018 laufende Fahrbahnerneuerung auf der A 5 in Höhe Ettlingen nahm die Bezirksgruppe zum Anlass, gemeinsam mit der BWK (Vereinigung der Wasserbauer) die Baustelle des RP Karlsruhe, Baureferat Mitte zu besichtigen. Im Baubüro wurden wir vom Referatsleiter, Herrn Genthner begrüßt, der uns den Projektumfang und den aktuellen Stand des 24 Mio. €-Projektes erläuterte. Anschließend gab es umfassende Informationen zu den einzelnen Bautätigkeiten durch den Sachgebietsleiter Erhaltung , Herrn Lau, sowie die örtliche Bauleitung um die Herren Foos und Wolff, bevor es hinaus ging auf die Baustelle, wo wir uns das zuvor Erklärte vor Ort anschauen konnten.

Die Richtungsfahrbahn Basel der A 5 zwischen KA-Rüppurr und Malsch wird auf einer Länge von 10 km in Betonbauweise erneuert. Lediglich die Übergangsbereiche zu den Bauwerken und die Auf- und Abfahrtsrampen im Bereich der Anschlussstelle Karlsruhe-Süd werden in Asphaltbauweise ausgeführt. Im Zuge des Fahrbahnloses werden auch elf Bauwerke im Bereich der betroffenen Richtungsfahrbahn Basel saniert. Hierbei werden u.a. die Brückenabdichtung und zum Teil die Brückenkappen erneuert. Weiterhin werden die Betonüberbauten, die Brückenwiderlager bzw. –stützen sowie die Fahrbahnübergänge instandgesetzt. Die Querneigung der Fahrbahn wird auf die mindestens erforderlichen 2,5 % gebracht. Dies führt zu einer besseren Entwässerung.

Blick auf das FDE-Los mit Betondecke
Blick auf das FDE-Los mit Betondecke

Während der Bauzeit erfolgt eine Reduzierung von drei auf zwei Richtungsfahrstreifen und eine Führung des Verkehrs in sog. 4+0-Führung. Dies bedeutet, dass der gesamte Verkehr beider Richtungsfahrbahnen mit reduzierter Fahrstreifenanzahl auf eine Richtungsfahrbahn geleitet wird. Der Verkehr wird somit auf vier statt normal sechs Fahrstreifen abgewickelt, während die verbleibende Richtungsfahrbahn dann ohne Verkehr ist und dort die Bauarbeiten ungestört durchgeführt werden können. Durch diese Verkehrsführung ist auf Grund der Fahrstreifenverringerung zwar mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen, allerdings stehen ausreichend breite und standfeste Fahrstreifen mit 3,25m bzw. 3,50 m zur Verfügung. Durch die Wahl der Abschnittslänge von 10 km kann die Bauzeit auf rund fünf Monate verkürzt werden, was ca. vier bis fünf Monate kürzer als bei Realisierung mit zwei getrennten 5 km-Abschnitten ist.
Rund 120.000 Tonnen alte Betonfahrbahn wurde ausgebaut. Dies geschah unter Ausnutzung des Tageslichts, da der Lärm und die Erschütterungen des für das Aufbrechen der Fahrbahn verwendeten Fallbeils u.U. die Nachtruhe beeinträchtigt hätten. Das Betonieren der 150.000 m2 neue Fahrbahndecke erfolgte rund um die Uhr. Im überwiegenden Teil des FDE-Abschnitts wurde klassischer Waschbeton eingebaut. Hierzu wurde neben der A 5 eine temporäre Betonmischanlage aufgebaut.

Fertige Waschbetonfahrbahn mit Fugenbändern
Fertige Waschbetonfahrbahn mit Fugenbändern

In Kooperation mit der BASt werden auf Teilstrecken aber auch neue Betonrezepturen in Verbindung mit verschiedenen Formen des sog. Grindings erprobt. Durch die Rillenstruktur in der Betonoberfläche soll eine höhere Lärmminderung erreicht werden (-4 bis -5 statt -2 dB(A)). Um beim Grinding eine gleichmäßige Struktur zu erreichen, muss die Betondecke fein vorgefräst werden für eine bessere Ausgangsebenheit (max. Abweichung von 2 mm anstelle 4 mm).

Feinfräse bei der Vorbereitung der Betonoberfläche vor für das Grinding
Feinfräse bei der Vorbereitung der Betonoberfläche vor für das Grinding
Vergleich angefräster/ ungefräster Beton
Vergleich angefräster/ ungefräster Beton

Für die Betonschutzwand im Mittelstreifen kommt ein Gleitschalungsfertiger zum Einsatz. Aufgrund des relativ geringeren Mengenumsatzes wird hier mit Transportbeton gearbeitet. Um einen kontinuierlichen Materialfluss zu gewährleisten und nicht Opfer des Baustellenstaus zu werden, wird nur nachts betoniert.

Gleitschalungsfertiger
Gleitschalungsfertiger

Bei tollem Spätsommerwetter endete unsere Besichtigung wieder beim Baubüro. Insgesamt haben wir einen tollen Einblick in die BAB-Erhaltung nehmen können.

Kai Zumkeller