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Besichtigung des neuen Pavillons im Karlsruher Schlossgarten anlässlich des 300. Stadtgeburtstags

16. April 2015 |

Bei schönem Wetter trafen wir uns hinter dem Karlsruher Schloss, um an der Baustelle des Pavillons rund um den diesjährigen 300. Stadtgeburtstag informiert zu werden. Gedacht ist der Pavillon direkt hinter dem Schloss als zentrale Informations-, Begegnungs- und Veranstaltungsstätte während des sog. Festivalsommers vom 17. Juni bis 27. September 2015.

Frau Basser und Herr Schneider vom KA300-Organisationsteam des Stadtmarketings gaben uns zunächst einen Überblick über die über 500 geplanten Aktivitäten, von denen ca. 400 im Bereich des neuen Pavillons stattfinden werden. Die Eintrittspreise bewegen sich zwischen 1 und 10 Euro. Das Thema Stadtgeburtstag wird in vier Clustern angegangen: Wissenschaft, Dialog, Lebensqualität und Kultur. Diese spiegeln sich Veranstaltungsprogramm wider. Das breit gefächerte Programm ermöglicht es jedem Einwohner bzw. Besucher, seinen individuellen Zugang zum 300-jährigen Stadtjubiläum zu finden.

Information zum Programm KA300
Information zum Programm KA300

Im Bereich des Pavillons wird während des „Festivalsommers“ täglich ein Programm angeboten, beginnend um 7 Uhr mit Frühsport auf der Schlossgartenwiese. Nach der Frühstückspause steht das „Entdeckercamp“ auf dem Programm – ein Angebot insbesondere auch für Schulklassen. Der Nachmittag steht unter dem Motto „WerkStadt“ mit Workshops, Tauschbörsen etc. Das Abendprogramm steht jeden Wochentag unter einem anderen Motto: MO: „Stadtteil-Duell“ der Bürgervereine
DI: Wissenschaftsfestival EFFEKTE
MI: „Stadtgespräche“ (Podiumsdiskussion)
DO: . „Vorhang auf!“ und „Film ab!“
FR: „FeierAbend“ mit Konzert/ Kabarett
SA: „Festivalfieber“ (z.B. Jazz, DJs)
SO: „Play“ und „Open Stage“

Am Wochenende werden sich samstags tagsüber bei „Total Regional“ die Gemeinden aus dem Umland präsentieren. Sonntags werden Bürger und Besucher zum „Klangfrühstück“ und „Tanztee“ eingeladen.

Plakativer Überblick zum Festivalsommer
Plakativer Überblick zum Festivalsommer

Ein Highlight wird auch das „Organum“ sein, bei dem in den sieben Partnerstädten jeweils eine Orgel zeitgleich gespielt wird. Das ganze wird dann live auf Leinwände in Karlsruhe übertragen. Eine weitere interessante Aktion ist die abendliche Fassadenprojektion auf der Vorderseite des Schlosses.

Blick vom Schloss auf den Pavillon
Blick vom Schloss auf den Pavillon

Der Holzpavillon, der rd. 1,2 Mio. Euro kosten soll und in einer vorwärtsstrebenden Geste selbstbewusst in einer der Sichtachsen des Schlosses platziert ist, symbolisiert eine Verbeugung der Moderne vor dem absolutistischen Schloss. Der Siegerentwurf ging aus einem Wettbewerb mit 36 Teilnehmern hervor und wird vom Architekten Mayer H. und dem Generalunternehmer Rubner Holzbau realisiert.
Im Erdgeschoss wird das nur temporär für den Stadtgeburtstag vorgesehene Gebäude über ein Café und eine Bühne sowie in den drei Obergeschossen über Aussichtsterrassen verfügen. Vor der Bühne stehen ca. 220 Sitzplätze bzw. 450 Stehplätze zur Verfügung. Bis auf das Erdgeschoss, das mit aufrollbaren Wänden aus lichtdurchlässigen Membranen versehen ist, wird der Pavillon seitlich offen sein.
Um dem Nachhaltigkeitsgedanken gerecht zu werden, soll der Pavillon nach dem Stadtgeburtstag wieder komplett zerlegt werden, um daraus z.B. Parkbänke oder Spielgeräte im Stadtgebiet zu schaffen.

Im Anschluss gab uns der Kollege Dr. Dunker noch einen Einblick in die Vorbereitungen auf den Stadtgeburtstag aus Sicht des Stadtteils Nordstadt. Aus allen 27 Stadtteilen wurden 89 Aktionen gemeldet. In der Nordstadt sind drei Aktionen geplant: Beschilderung der historischen Schlossstrahlen im Stadtteil, Neugestaltung des Ikarus-Platzes mit Gedenksäule am alten Flugplatz und das Stadtteilfest am 18. Juli, das im Bereich des Ikarus-Platzes stattfinden wird.

Vorstellung von Stadtteilprojekten
Vorstellung von Stadtteilprojekten

Spontan gab uns unser Mitglied Herr Gerold, der bei dem Projekt als Prüfstatiker fungiert noch einige Erläuterungen zur Konstruktion des Pavillons, der in seiner statischen Bemessung lediglich für einen temporären Einsatz ausgelegt ist. Bei den sog. „Fliegenden Bauten“ gibt es Abstriche bei der Lasteinwirkungsdauer und beim Brandschutz. Auch fehlen z.B. ein Schutz der Stirnseite und Tropfnasen an den insgesamt 164 Streben aus Fichtenholz, was für eine dauerhafte Nutzung erforderlich wäre.

Erläuterungen vom Prüfstatiker
Erläuterungen vom Prüfstatiker

Nach einem abschließenden Rundgang um die Baustelle ließen wir den sehr informativen Nachmittag im Schlosscafé ausklingen.

Kai Zumkeller