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Besuch des Unimog-Museums Gaggenau mit Ausstellung „Waldgewerbe im Murgtal“

20. Februar 2014 |
In das neue Jahr 2014 sind wir einmal mehr mit einer Kulturveranstaltung gestartet. So war unser Ziel das Unimog-Museum in Gaggenau. Dort durften wir einiges über die Geschichte des „Universal-Motor-Geräts“ erfahren und anschließend im Rahmen einer temporären Sonderausstellung die Entwicklung der Waldgewerbe im Murgtal studieren. Zwischendurch nutzten einige der 21 Teilnehmer die Gelegenheit, auf dem Außengelände in einem modernen Unimog im wahrsten Sinne über Stock und Stein mitzufahren. image001 1951 wurde der Unimog im Daimler-Benz-Werk Gaggenau gebaut, bis im Jahr 2001 die Entscheidung fiel, die Produktion in das LKW- Werk Wörth zu verlegen. Hieraus entstand die Idee zur Gründung eines Vereins mit dem Ziel, dem vielfach bewährten Nutzfahrzeug ein Museum zu widmen. Die Eröffnung des rund 7 Mio. Euro teuren Museumsgebäudes gelang dem Verein, der inzwischen nach eigener Aussage ca. 8000 Mitglieder zählt, mit finanzieller Unterstützung der Daimler AG bereits im Jahr 2006. Mit einer abwechslungsreichen und humorvollen Erzählweise führte uns Herr Bürkle durch die Geschichte des Unimogs, die mit Albert Friedrich aus Schwäbisch Gmünd als geistigem Vater ihren Ursprung hatte. Nach Erhalt der Genehmigung im Jahr 1945 entwickelte dort die Firma Erhard&Söhne den Prototyp U6, dessen Bau 1947 begann. Die Komplettierung des Fahrzeugs erfolgte ab 1948 dann jedoch bei der Firma Boehringer in Göppingen, bevor 1951 die Übernahme durch Daimler-Benz erfolgte. Der ausgestellte Prototyp in dunklem Tannengrün hat heute einen Wert von rund 150.000 Euro. Die weitere Entwicklung konnten wir an mehreren Exponaten erfahren, wie dem U 401, genannt „Fischauge“, oder dem U416. Letzterer besitzt eine Straßenzulassung zur Personenbeförderung und steht gelegentlich Heiratswilligen noch zu Diensten. Zwischen einigen Anekdoten konnten wir auch anschaulich lernen, wie man innerhalb von 2,4 Sekunden gekonnt in ein 49er-Baujahr einsteigt und was man unter einer Differentialsperre versteht. Neben den Unimog-Modellen, die ihren Einsatzbereich in Land- und Forstwirtschaft sowie bei Militär und Feuerwehr hatten, waren auch zwei MB-trac-Modelle (Produktion von 1973 bis 1991) mit der einzigartigen Drehsitzeinrichtung zu bestaunen Zum Abschluss unseres Museumbesuchs vollzogen wir mit dem Gang durch die Ausstellung über Flößer, Harzer und Köhler eine Zeitreise zurück in die vorindustrielle Waldnutzung im Nordschwarzwald. Darin wurde die Geschichte über die damaligen Waldgewerbe anhand von historischen Exponaten, Fotos und Zeichnungen lebendig erzählt. Die ergänzende Präsentation zeitgenössischer Holzkunst und ungewöhnlicher Holzprodukte, wie der hölzernen Computertastatur, erinnerte uns am Ende, dass der alte Werkstoff Holz nach wie vor eine Zukunft hat.