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Führung durch das Hopfengut N°20 in Tettnang

6. Juli 2018 |

– Hopfen trifft auf Schokolade –

In unserer schönen Region werden vielerlei Kulturen gepflegt, unter anderem auch die des Hopfenanbaus und dessen Veredelung. Wir haben uns daher am 6. Juli 2018, mit knapp 15 Mitgliedern bzw. Partnern und Gästen aufgemacht, auch in diesem Metier unser Wissen zu erweitern.

Lukas Locher, studierter Agrarwissenschaftler, Hopfenpflanzer und Biersommelier hat uns durch seinen Betrieb und die Welt des Hopfens geführt und uns Erstaunliches vermittelt. Es gibt 273 Hopfensorten, wovon einzelne – ganz ohne Zusatzstoffe – faszinierende Aromen von Ananas bis Zitrone ins Bier bringen. Dementsprechend leidenschaftliche Namen wie z.B. – „Marina Bavaria“ werden den Sorten teilweise verliehen.

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Im Hofgut N°20 selbst werden auf rund 40 ha ca. 30 verschiedene Sorten angebaut (150.000 Pflanzen). Wir haben gelernt, dass der Hopfenanbau mit intensiver Handarbeit verbunden ist, dass Hopfen am Tag bis zu 30 cm und am besten auf sandigem Lehm oder lehmigem Sand gedeiht und dass Tettnang seit 170 Jahren Anbaugebiet ist. Außerdem achtet der Hopfenbauer – ganz in der Tradition der früheren katholischen Kirche – auf die strikte Trennung von Männlein und Weiblein, weil erstere zwar auch schön nach Hopfen aussehen, aber leider keine Früchte tragen.

Das Museum gibt unter anderem Einblicke in die 50er Jahre und zeigt – nicht ganz ohne eine gewisse Wehmut – wie das Leben im Raum Tettnang seinerzeit in der Erntephase war. Die vielen, sehr gesuchten Erntehelfer und Helferinnen brachten nicht nur Ihre Arbeitskraft, sondern eben auch Leben und buntes Treiben mit in die Raumschaft. Die Arbeit war zwar offensichtlich hart – aber das gesellige Leben scheint nicht zu kurz gekommen zu sein.

So spannend das alles war, so neugierig waren wir natürlich auf das „Endprodukt“. Bei der finalen Bierprobe mit exotischem Hopfensaft konnten wir lernen, dass nicht nur Wein sondern eben auch Bier hervorragend zu Käse und sogar zu dunkler Schokolade passen kann.

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Herr Locher hat es mit viel Leidenschaft und Esprit rundum verstanden dafür zu sorgen, dass wir uns bei künftigem, gelegentlichem Konsum von Hopfengetränken mehr Gedanken darüber machen was wir da im Glas haben.

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Und genau das haben wir beim anschließenden Abendessen in der Gaststätte des Hopfengutes N°20 in wohliger Atmosphäre mit regionale Köstlichkeiten zum Abschluss auch getan.

Tobias Gähr