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Radtour mit Besichtigung der Baustelle

26. Juli 2018 |

Radtour mit Besichtigung der Baustelle
Neubau der dm-Zentrale in Karlsruhe-Durlach

Bei 34°C fanden sich 12 tapfere Mitglieder der Bezirksgruppe 3 am Karlsruher Schlossplatz ein, um anschließend gemeinsam zur diesjährigen Radtour zu starten. Der Weg führte zunächst noch angenehm schattig durch den Hardtwald, dann jedoch immer sonniger über Rintheim bis zur Untermühlsiedlung in Durlach. Nach knapp 12 Kilometern und einigen Schweißtropfen war dort das Ziel erreicht: Die Baustelle für den Neubau der dm-Zentrale. Projektleiter Tobias Rößler empfing die Radler und vier weitere Teilnehmer im kleinen, dafür aber angenehm gekühlten Infocontainer und stellte das Vorhaben sehr ausführlich und kompetent vor.

Projektleiter Rößler erläutert im Infocontainer das Bauvorhaben
Projektleiter Rößler erläutert im Infocontainer das Bauvorhaben

Die erfolgreiche Geschichte des Karlsruher Unternehmens begann im Jahr 1973 mit der Eröffnung des ersten dm-Drogeriemarktes in Karlsruhe. Firmengründer Götz Werner gelang es in den Folgejahren aus dem ersten Markt den größten Drogeriekonzern Europas zu erschaffen. dm ist heute in 13 europäischen Ländern mit insgesamt 3.500 Märkten und 59.400 Mitarbeitern vertreten. Um so überraschender ist, dass die Zentrale des Konzerns in Karlsruhe bis heute über sieben Standorte in Mietobjekten verteilt ist. Weil das einige Nachteile im Betrieb mit sich bringt und die Standorte keine Weiterentwicklung zulassen, sah sich das Unternehmen zum Handeln veranlasst. In Durlach, zwischen der Untermühlsiedlung und der A5, ist dm auf der Suche nach einem Grundstück für eine neue Zentrale fündig geworden, mit dem Ziel alle sieben Standorte unter einem Dach zu vereinigen. Sie erwarb dort von der Stadt Karlsruhe eine Fläche von 49.000 m², auf der nun seit dem Spatenstich im Juli 2016 ein Bürogebäude mit 41.000 m² Geschossfläche und ein Parkhaus entstehen.

Grüne Animation: Bürogebäude und Parkhaus von oben!
Grüne Animation: Bürogebäude und Parkhaus von oben!

Der Siegerentwurf aus dem Wettbewerb Ende 2013 von Lederer-Rangarsdottir-Oei sieht ein drei- bis vier geschossiges Bürogebäude mit acht Innenhöfen vor. Wesentlicher Aspekt war dabei eine zurückhaltende Gestaltung, die sich möglichst unauffällig in die Umgebung einfügt. Die niedrige Geschosszahl und das Parkhaus als „begrünter Lärmschutzwall“, der auch für die Untermühlsiedlung eine Verbesserung von über 2 dB bringen wird, waren zudem ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz in der Bevölkerung.

Für dm ist auch die Nachhaltigkeit ein großes Anliegen bei diesem Vorhaben. Die in Summe ca. 4 km lange Fassade besteht aus Glas und Eichenholz, die wenigen geschlossen Abschnitte werden mit einer Vorsatzschale aus Recycling-Ziegel versehen. Das Gebäude ist so geplant, dass später einmal ein sortenreiner Rückbau einfach möglich sein wird. Außerdem wird im Innenausbau darauf geachtet, dass schadstofffreie Materialien verwendet werden.

Rundgang über und durch die Baustelle
Rundgang über und durch die Baustelle

Ebenso schöpft man in der Haustechnik viele Möglichkeiten zur Energieeinsparung aus. Die LED-Beleuchtung wird über eine Photovoltaikanlage gespeist. Dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung und Heizregister bieten zudem den Vorteil eines gegenüber einer zentralen Anlage geringeren Flächenbedarfs. Die Grundlast für die Raumheizung und –Kühlung wird über eine Betonkernaktivierung in den massiven Betondecken abgedeckt. Außerdem wird an die E-Mobilität gedacht. Im Parkhaus sind bis zu 50 E-Stellplätze vorgesehen, ebenso wird der Fahrradraum mit Ladestationen ausgestattet.

Das Parkhaus, auf dessen schrägem Dach zukünftig eine Streuobstwiese blühen soll!
Das Parkhaus, auf dessen schrägem Dach zukünftig eine Streuobstwiese blühen soll!

Insgesamt wird das Neubauvorhaben mit viel Grün versehen werden. So soll das Parkhaus ein zum Teil bis auf Straßenniveau abgeschrägtes Dach mit einer Streuobstwiese erhalten, das Bürogebäude ein Gründach und auch die Innenhöfe einen üppigen Pflanzenbewuchs bekommen.

Insgesamt wird das Neubauvorhaben mit viel Grün versehen werden. So soll das Parkhaus ein zum Teil bis auf Straßenniveau abgeschrägtes Dach mit einer Streuobstwiese erhalten, das Bürogebäude ein Gründach und auch die Innenhöfe einen üppigen Pflanzenbewuchs bekommen.

In den Treppenhäusern geht es rund - LED-Beleuchtung im Handlauf!
In den Treppenhäusern geht es rund – LED-Beleuchtung im Handlauf!

Inzwischen ist der Rohbau nahezu abgeschlossen und einige Ausbaugewerke haben längst begonnen. Der Rohbau konnte nicht zuletzt auf Grund der kombinierten Ortbeton-/Fertigteilbauweise relative zügig abgewickelt werden. Die Stützen und Deckenrandbalken wurden aus Ortbeton gefertigt wurden, die Decken bestehen dagegen weitgehend aus vorgespannten π-Platten-Fertigteilen. Während das Bürogebäude auf solidem Baugrund steht und daher flach gegründet werden konnte, mussten für das Parkhaus etwa 1.240 Pfähle hergestellt werden.

Im Sommer 2019 soll die über 120 Mio. Euro teure Investition seiner Bestimmung übergeben werden und der Umzug für rund 1.800 Mitarbeiter erfolgen. Dabei bietet die neue Zentrale zunächst nur für 1.600 Mitarbeiter Platz. Desk-Sharing im Open-Space-Raumkonzept ist das Geheimnis, das eben Platz und Geld sparen lässt. Voraussetzung dafür ist allerdings: Ein vollständig digitales Dokumentenmanagement und das ist bei dm längst Wirklichkeit. Und falls es später einmal doch nicht reichen sollte mit dem Platz, dann besteht noch die Möglichkeit, den Bürokomplex um noch einmal ca. 800 bis 900 Arbeitsplätze zu erweitern. Dem Wachstum des Konzerns steht also erst einmal nichts im Weg.

Unser Weg dagegen fand nach zweieinhalb Stunden Baustellenbesichtigung jedoch ein schnelles Ende – auf direktem Weg im Biergarten!

Tobias Pfister

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