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Radtour mit Besichtigung Schlachthofareal und Passivhaus „Vollack“

14. Juli 2016 |

Die diesjährige Radtour war zwar nicht zum „Kilometerfressen“ geeignet, allerdings auf Grund des Wetters dann doch die richtige Entscheidung, wie sich am Ende noch herausstellen sollte. Die Strecke führte diesmal nach Start am Schloss durch die Oststadt ins Schlachthofareal. Dort empfing uns Frau Hoscislawski von der Karlsruher Fächer GmbH und führte uns mit zahlreichen Informationen zu Geschichte und Entwicklung des neuen Stadtquartiers durch das ehemalige Schlacht- und Viehofgelände.

Frau Hoscislawski erläutert den Bebauungsplan vor der Schweinmarkthalle
Frau Hoscislawski erläutert den Bebauungsplan vor der Schweinmarkthalle

Unter anderem auf Grund der Geruchsbelästigung wurde 1887 der Schlachthof an der östlichen Ortsrandlage gegründet. Entlang der Schlachthausstraße als Mittelachse entstand auf der Westseite der Schlachthof und gegenüber der Viehof, so dass Antransport und Schlachtung räumlich getrennt ablaufen konnten. Noch heute zeugen zahlreiche und teilweise aufwendig sanierte Sandsteingebäude auch innen von der Vergangenheit. So beispielsweise die ehemalige Fleischmarkthalle, an deren Decke nach wie vor die Fleischerhaken mit den Verschiebebahnen hängen, während sie heute als Veranstaltungshalle dient. Im Jahr 2006 wurde der Schlachtbetrieb eingestellt. Bereits seit 2005 ist die Karlsruher Fächer GmbH mit der Konversion des gesamten Geländes in den „Kreativpark Schlachthof“ betraut. Ziel des Konzeptes ist ein neues lebendiges Stadtquartier zu schaffen, in dem forschungsorientierte, innovative Unternehmen, kreatives Gewerbe und Kultureinrichtungen nebeneinander Platz finden können.

Inzwischen sind die meisten Gebäude sukzessive umgebaut, unter denkmal-schutz¬recht¬li¬chen Aspekten moder¬ni¬siert und durch eine neue Nutzung wieder¬be-lebt. So sind z. B. das ehemalige Schwein-stall¬ge¬bäude, die ehemalige Kaldau¬nen¬wä-sche, das ehemalige Direk¬ti¬ons¬ge¬bäude und weitere kleinere Gebäude wie das heutige Filmhaus an neue Nutzer übergeben worden (u.a. Filmschaf¬fende, Medien¬de¬si¬gner, Künstler, Archi¬tek¬tur¬bü-ros).

Containerstadt Perfekt Futur
Containerstadt Perfekt Futur

Zum Abschluss der informativen Führung warfen wir noch einen Blick in die ehemalige denkmalgeschützte Schweinemarkthalle auf dem Viehofgelände, in der sich das Existenzgründerzentrum Perfect Futur befindet. Darin ist ein Raum-in-Raum Konzept umgesetzt: 68 gebrauchte Seefrachtcontainer wurden gestapelt und bilden eine Art Containerstadt mit Zwischenräumen und Dachterrassen sowie Kommunikations- und Entspannungszonen und einem Café im Eingangsbereich. Die Container sind abschließbare Büroeinheiten und werden von den Nutzern selbst möbliert und gestaltet.

Als zweiter Programmpunkt unseres Ausflugs stand dann die Besichtigung des (zum Zeitpunkt der Fertigstellung) größten zertifizierten Büro-Passivhaus Baden-Württembergs an, welches sich ebenfalls auf dem Viehofgelände befindet.

Vollack Büro-Passivhaus
Vollack Büro-Passivhaus

Herr Burkard von der Vollack Bauinvest GmbH & Co. KG erläuterte uns zunächst einiges zur Idee und Entstehung des Gebäudes mit rund 8.000 m² Nutzfläche. Anschließend durften wir die Büroräume der beiden größten Mieter besichtigen. Spannend war dabei zu sehen, wie sowohl das IT-Unternehmen Citrix als auch die Softwareentwicklungsabteilung des Grenke-Konzerns ein offenes, modernes Bürokonzept umgesetzt haben. Auf der Dachterrasse des Gebäudes angekommen, genossen wir noch das eine oder andere Erfrischungsgetränk, bis wir die von Westen herannahenden Regenwolken registrierten. Das war dann auch das Zeichen zum Aufbruch für die kurze, am Ende aber dennoch ziemlich feuchte Fahrt zum gemeinsamen Ausklang im Biergarten Kofler’s Heuriger im Stadtteil Rüpurr. Mit den österreichischen Schmankerln fand die Radtour trotz der kalten Dusche noch einen genussvollen Abschluss.

Tobias Pfister