Baustellenbesichtigung der Hochbrücke Horb i. Z. d. B 32 am 16.05.2024

8. Juni 2024 |

Die B32 stellt einen wichtigen Abschnitt der überregionalen West-Ost-Achsen B28 – B32 – A81 dar. Diese Achse verläuft von Offenburg bis zur A81 und bindet den Landkreis Freudenstadt an das Bundesautobahnnetz an. Zukünftig wird der Verkehr über die neue Neckartalbrücke geführt und entlastet so die Innenstadt von Horb. Unser Bezirksvorsitzender Herr Gerhard Holzbaur hat mit dem Projektleiter Herr Rainer Gumz von der Projektleitung Straßen- und Ingenieurbau, Baureferat 47.3 SÜD, RP Karlsruhe, diesen Besichtigungstemin organisiert. Wir konnten direkt bei dem Baubüro und der Baustelleneinrichtung, von Nordstetten kommend, parken.

Auf die hochaktuellen Internetangaben mit aktuellen Luftbildaufnahmen wird verwiesen:
https://Hochbruecke-horb.de/Informationen


Übersicht über Baustelle / Neckartal von Osten nach Westen

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Wir wurden in dem modernen Baucontainer bzw. Baubüro von Herrn Rainer Gumz begrüßt. Er hat uns dann eine sehr interessante Baustellenbeschreibung mit digitalen Ergänzungen gegeben.

Ende der 60 er Jahre fand noch eine Linien- und Trassendiskussion statt.

Die Stadt Horb hat sich mit 1 Mio. € an den Planungskosten beteiligt.

Am 27.06.2017 wurde dann der Planfeststellungsbeschluss erlassen und wurde dann am 01.11.2017 rechtskräftig!

Schon am 2.11. 2018 erfolgte der Spatenstich !

Mit dem 1. Bauabschnitt (Überführungsbauwerk bei Nordstetten) wurde 2018 begonnen und bis 2020 fertiggestellt.

Der 2. Bauabschnitt (Ausbau der B 32 bei Nordstetten) folgte schon 2020 bis 2022.

Der 3. Bauabschnitt (Teillos 1) Baustellenzuwegung Nordstetten wurde bis Mai 2023 abgeschlossen.

Der 3. Bauabschnitt (Teillos 2) Bau der Hochbrücke Horb wurde am 24. April 2023 mit einer feierliche Grundsteinlegung begonnen. Geplante Fertigstellung Ende 2026.

Bei der europaweiten, öffentlichen Ausschreibung sind nur 4 Angebote eingegangen. Sondervorschläge wurden nicht zugelassen.

Die kalkulierte Baukosten waren 65 Mio. €. Das Submissionsergebnis des günstigsten Bieters war 112 Mio. €. Den Auftrag erhielt die Fa. PORR, Wien, Niederlassung München.

Einige Zahlen und Fakten zum Bauprojekt Hochbrücke Horb:

Planungsbüro: Leonhard, Andrä und Partner, Stuttgart

Gesamtlänge: 2.100 m

Brückenlänge: 6 67 m
mit 6 Brückenfeldern in semiintegraler Bauweise

Max. Spannweite zwischen den Pfeilern: 154,5 m

Brückenhöhe der Fahrbahn: 70 m

Max. Höhe der Pylone: 90 m

Kosten (Stand 08/2022) rd. 167 Mio. € (mit Preisgleitklausel)

Der Untergrund unter den Brückenpfeilern wurde bis 98 m tief untersucht.

Unter den Pfeilern wurden Bohrpfähle mit Ø 1,50 m, teilweise 40 m tief ausgeführt.

Abrechnung der Gesamtmaßnahme und Bauzeitenkontrolle über BIM.

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Das Oberflächenwasser von der Brücke und der Zufahrten wird über Straßenein- läufe gesammelt und über Sammelleitungen zu den Fallrohren an der Hochbrücke ins Neckartal abgeleitet. Von dort wird es der Kläranlage von Horb zugeführt.

Herr Gumz ging noch auf einen Baustellenunfall ein. Vor einigen Wochen sollte ein geplanter Quersteg zwischen einem Brückenpfeiler betoniert werden. Hierbei brachen Querbolzen des Stahlgerüstes für die Stahlbetonschalung. Der Quersteg sackte an verschiedenen Stellen so ab, dass der Betoniervorgang sofort eingestellt wurde. Der gesamte Quersteg musste sorgfältig und mit viel Zeitverlust zurückgebaut werden. Erst nach einigen Wochen konnte das Stahlgerüst für die Stahlbeton-schalung mit Armierung des Quersteges wieder an der geplanten Stelle hergestellt werden. In den nächsten Tagen soll dann der Quersteg zwischen den Brückenpfeilern betoniert werden.

Nach diesen sehr interessanten Informationen durch Projektleiter Rainer Gumz erhielten wir die Baustellensicherheitskleidung und gingen auf die Brückenbaustelle.

Bilder ( siehe am Ende des Berichtes)

Die Sicht zu dem noch fehlenden Brückenwiderlager Richtung Rauschbart war sehr beeindruckend. Hier muss ein nicht tragfähiger Untergrund sehr aufwendig verbessert werden. Es müssen ca. 70.000 cbm Untergrundmaterial entfernt werden und danach mit einem Kalk-Zement-Gemisch verbessert und wieder sehr sorgfältig in „Semiintegraler Bauweise“ eingebaut werden. Danach kann dort das Brückenwiderlager errichtet werden, so dass es dann keine Setzungen geben soll.

Leider begann es nach kurzer Zeit sehr stark zu regnen. So dass wir die Besichtigung auf der Brückenbaustelle abgekürzt haben!

Im Anschluss an diese sehr interessante Info- Veranstaltung mit der Brückenbesichtigung wollten wir noch den Aussichtspunkt und die Gartenwirtschaft „Rauschbart“ besuchen und dort noch über diese tolle Info- Veranstaltung sprechen.

Leider mussten wir diesen geplanten Abschluss wegen dem starken Regen absagen.

Fachausdruck „semiintegraler Bauweise“: Dieser bezieht sich auf das Bauwerk. Die „s-i-B“ reduziert die Anzahl der Brückenlager und ggf. die Bewegung des Überbaues an den Widerlagern.

Bericht: Walter Stockburger
Fotos: Gerold Honer


Widerlager Ost


Anfang Überbau


Leergerüst


Querträger aus Stahl


Kopfbolzendübel für den Verbund mit Ortbeton der Fahrbahnplatte